SURFING IN PORTUGAL : RAPTURE CAMPS

SURFING IN PORTUGAL : RAPTURE CAMPS

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Man soll Erinnerungen aufschreiben während sie noch frisch sind, richtig? Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich auf einem großen Kissen in einem kleinen Hinterhof in Porto, neben mir der leere Cappuccino und mein Tagebuch. Die Sonne steht schon etwas tiefer und wir gehen gleich noch den Sonnenuntergang am Fluss gucken. Gerade eben habe ich noch einmal in meinem Tagebuch festgehalten, wie schön die letzten Tage in Ericeira waren und wie dankbar ich bin für diesen wunderschönen Trip. Dieses Mal ist es schon mein drittes Mal in Portugal und jedes Mal verliebe ich mich ein wenig auf’s Neue in Land und Leute - und vermutlich ganz besonders während dieser Reise.

Letzte Woche verbrachten wir ganze fünf Tage in Ericeira im Raptusse Surf Camp. Ericeira ist ein ehemaliger Fischerort circa 40 Minuten Autofahrt von Lissabon entfernt an der Küste des Atlantik. Die drei Tage davor verbrachten wir in Lissabon, von dort aus fuhren wir mit dem Uber für circa 40€ in Richtung Meer - nicht ganz billig aber mein Freund und ich lassen es uns im Urlaub einfach gerne gut gehen. Alternativ fahren auch öfter pro Tag Busse von Lissabon aus.

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Wir wurden sehr, sehr freundlich im Camp empfangen und uns wurde gleich von allen Anwesenden Gästen und Mitarbeitern Hallo gesagt bevor wir unser Zweierzimmer bezogen. Es gibt auch Dorms und Mehrbettzimmer, die etwas günstiger sind. Zu Fuß ist das Camp nur fünf Minuten vom Strand entfernt und man hat einen tollen Blick auf die Felder im Umland. Überall im Camp gibt es Chill-Out-Areas wahlweise mit Sonnenschirmen, eine Dachterrasse wo 2 x die Woche Yoga stattfindet, ein Wohnzimmer mit Fernsehern, eine Terrasse wo am Mittwoch und Samstag eine Bar ist wo sich alle treffen bevor man ausgeht und man kann Skateboards, Kayaks, SUPs und Fahrräder ausleihen. Mein Lieblingsort war natürlich die Küche, wo man den ganzen Tag über Zugang zu kalten Getränken, gefiltertem Wasser, Kaffee und Tee hat und man in eine Liste eintragen kann, was man sich genommen hat, bevor man beim Checkout zahlt.

Für mich war es nicht das erste Mal surfen und ehrlich gesagt ist es mir oft ein wenig peinlich wie sehr ich doch Anfängerin bin, wenn mich jemand nach den Destinationen fragt, wo ich schon überall gesurft bin … “Bali, Hawaii, Australien, Zanzibar und trotzdem kann ich gerade so eine Welle fangen und vielleicht auch mal auf dem Brett stehen” denke ich mir oft, haha. Das Klima und die Wellen in Portugal sind auch wesentlich kälter und rauher als die meisten die ich bisher gesurft bin, muss ich sagen. Dass das Wasser nicht ganz warm sein würde war mir auch klar, erst so richtig dann wirklich als es am ersten Tag darum ging, den richtigen Wetsuit herauszusuchen. Puh. Da hatte ich mich noch nie hineingeklemmt - ohne würde ich aber auch wirklich nicht ins Wasser gehen wollen. :D

Jede Surfstunde dauert 2 Stunden, davon ist man circa 1 - 1,5 Stunden im Wasser und davor wärmt man sich mit den Instruktors am Strand auf. Die Uhrzeit ist natürlich abhängig von den Wellen und kann jeden Tag anders sein - wir hatten Surfstunden um 7, einmal auch erst um 10:30 Uhr. Unterteilt werden die Gruppen in eine Handvoll Leute und ich unterschiedliche Levels. Da mein Freund noch nie gesurft ist und es bei mir auch schon wieder ein halbes Jahr her war (und man Zanzibar nun wirklich nicht mit Portugal vergleichen kann!) fühlte ich mich in der Anfängergruppe auch ganz wohl. ;)
Unsere Lehrer waren super nett und hilfsbereit und haben mir viel Feedback gegeben. Und ganz ehrlich - ich habe schon viele Einführungen ins Surfen mitgemacht und keine war bisher so ausführlich und professionell erklärt wie die im Raptusse Camp. Man kann alles fragen, es wird viel Wert auf Wohlbefinden und Sicherheit gelegt. Wenn ich Anfängerin wäre, würde ich mich hier auf jeden Fall super aufgehoben fühlen. Leider ging bei meiner zweiten Stunde etwas schief und ich rutschte beim Aufstehen mit dem Knie in die “falsche” Richtung sodass ich die darauffolgenden Tage nicht mehr ins Wasser konnte - soooo schade. Mein Freund hatte aber so viel Spaß am Surfen, dass er noch alle Stunden mitnahm, die angeboten wurden. Und ich sehe es als Zeichen, dass wir einfach wieder kommen müssen. :)

Gleich zu Beginn wurde dem Koch gesagt, dass ich mich vegan ernähre und ich hatte - ehrlich gesagt - wirklich keine großen Ansprüche oder Erwartungen an das Essen … was mich dann zum Glück total umgehauen hat. Das Essen war so lecker und abwechslungsreich, es gab immer eine vegane Variante für mich und ich habe mich wirklich jeden Tag auf das gemeinsame Abendessen um 19 Uhr gefreut. Wie man für so viele Leute frisch und absolut lecker kochen kann, ist mir bis jetzt ein Rätsel - Respekt!

Jeden Morgen gab es außerdem ein Frühstücksbuffet von 8-11:30 Uhr. Wenn man schon davor Surflessons hatte, wurde Obst, Müsliriegel, Kaffee und Tee bereit gestellt damit man nicht hungrig ins Wasser musste. Das Frühstück war ein absolutes Paradies für mich: Kaffee, Sojamilch, Haferflocken, auch glutunfreie Optionen, alles Mögliche an Nüssen, Samen und sooo viel leckeres frisches Obst. Ich war wirklich jeden Tag im Himmel! Außerdem gab es jeden Tag ein anderes Special, wie z.B. Bananen-Sojamilchshake,Pizzaküchlein, Banana Bread, Pancakes, hart gekochte Eier … was immer auf eine Tafel geschrieben stand, genau wie das Abendessen an diesem Tag. Mein Freund kam auch jeden Morgen auf seine Kosten und fand die Auswahl an Brot, Schinken, Käse und co. richtig gut!

Frühstück und Abendessen sind Montag-Freitag im Camp, am Samstag gibt es ein großes BBQ, das 15€ kostet und am Sonntag einen kostenlosen Transfer nach Ericeira wo es auch viele tolle Essensoptionen gibt. Mittags gingen wir meist an den Strand gegangen um zu essen. Hier hatte ich auch ganz klar einen Favoriten: Das Barbatana Surf & Deli - hier gab es sooo viele vegane Optionen, die echt lecker waren, Kurkuma Latte und sehr freundliches Personal. Absolut nicht empfehlenswert finde ich dafür Nalu Bows, bitte fragt nicht warum ich nach der Enttäuschung auf Bali noch einmal einen Versuch gegeben habe. Das Essen ist verhältnismäßig echt teuer, wir haben eine Stunde darauf gewartet und waren einfach nur enttäuscht. Gebt das Geld lieber für etwas nebenan aus. :)

Zu Guter Letzt noch ein paar Worte über das - fast - wichtigste: die Menschen. Wir wurden so herzlich in Empfang genommen, nach einem Tag kennt man fast jede/n beim Namen. Es ist super schön, dass Personal und Gäste zwei Mal am Tag zusammen essen und auch sonst man super leicht mit Leuten ins Gespräch kommt. Wir haben so viele tolle Bekanntschaften gemacht. Dennoch herrschte für mich immer ein “alles kann, nichts muss”-Gefühl, was ich super entspannt fand. Man kann sich also anschließen, um Mittwochs und Samstags in Bars zu gehen, man kann sich jedoch auch mit einem Buch verkrümeln. Es ist kein Party-Hostel und dennoch findet man sehr schnell Anschluss. Die meiste Zeit wurde auf Englisch gesprochen, es waren aber von Österreich über Brasilien und Australien so einige Nationen vertreten.

Vielen Dank an das tolle Team von Rapture für den wunderschönen Aufenthalt. Ich würde immer wieder kommen - eine echte Herzensempfehlung für alle, die noch auf der Suche nach einem Surfcamp sind!

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Disclaimer: wir wurdenfreundlicherweise für die 5 Tage ins Rapture Camp eingeladen. Das ändert natürlich nichts daran, wie schön ich es dort fand und dass dies meine eigene Meinung widerspiegelt.

SWISS ADVENTURES IN FLIMS

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