SWISS ADVENTURES IN FLIMS

SWISS ADVENTURES IN FLIMS

Es war 21:30 Uhr, der 26. Juni am Berliner Hauptbahnhof, als mein Zug einfuhr. Ich muss wohl besonders neugierig das Abteil gesucht haben, ich dem ein kleines Stockbett auf mich wartete, in dem ich nach einem überraschend erholsamen Schlaf 13 Stunden später in der Schweiz aufwachen sollte. Als mich im Mai die Einladung nach Films erreichte, war für mich klar, dass ich hier unbedingt mit dem Nachtzug, statt dem Flieger verreisen wollte - mein erstes Mal um ehrlich zu sein. Das Abteil teilte ich mir mit einer sehr netten jungen Frau, die beruflich in Berlin war und zurück nach Hause, nach Zürich, fuhr. Wie bereits gesagt, war die Nacht überraschend angenehm, obwohl ich zugeben muss, dass selbst ich mit meinen 161cm das Bett, in dem man sich nicht ganz aufsetzen kann, als etwas klein empfand. In der Früh wurde ich mit Kaffee und Tee geweckt und stieg putzmunter und erholt in Zürich um. Von dort aus ging es noch einmal über eine traumhafte Strecke nach Chur - eigentlich wollte ich im Zug arbeiten, der Ausblick auf die Landschaft und Seen war jedoch einfach zu traumhaft - und von dort mit dem Postbus nach Films. Anstatt also hektisch früh aufzustehen, durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen zu eilen, und meinen CO2-Fußabdruck zu vergrößern, kam ich total ausgeschlafen an, sah richtig viel von der Landschaft, schrieb ein Thesenpapier für die Uni, sah den schönen Zürcher Bahnhof und hatte leckeren Kaffee. 13 Stunden vs. 1,5 Stunden Fliegen - ich würde es jederzeit wieder so machen.

Angekommen in Flims, ging es erst mal zur Rezeption des rocksresort. Das Hotel kombiniert nicht nur auf ganz fantastische Art und Weise moderne Architektur und voll ausgestattete Apartments, sondern bietet auch gleich mehrere Shops (u.a. für Outdoor-Ausrüstung), Restaurants, Cafés und Bars rund um die einzelnen Gebäude herum. Da ich als erste ankam, machte ich es mir gleich im Café Piazza - cafedeli gemütlich, um noch ein wenig zu arbeiten und kam in den Genuss eines der besten (!) schwarzen Kaffees, die ich je getrunken habe. Ungelogen. Wow.
Man findet im rocksresort wirklich alles, was man für einen Urlaub in den Alpen braucht, oder um sich nach einem langen Tag zu entspannen. Mein Zimmer war sehr simpel und sehr schön. Was mir besonders gut gefallen hat, war hier der Fokus auf Umweltfreundlichkeit: es gab weder eine Klimaanlage, noch unnötigen Schnickschnack, wie einzeln verpackte Seifen, kleine Plastikshampoos oder ähnliches, was unnötig Müll produzieren und Ressourcen verbrauchen würde.

Wenig später trafen auch die anderen Mädels ein. Christina und Martina, die sich in den nächsten Tagen um uns kümmerten, hießen uns mit einem “Apero” willkommen - anstatt wie gedacht Aperol Spritz, heißt das im Schwizerdeutsch einfach Aperitif oder Snack :D . Sarah und Manuela reisten jeweils aus Salzburg bzw. München an. Nach der kurzen Stärkung ging es auch gleich loszumachen ersten Programmpunkt.

E-Bike Tour zur Rheinschlucht & Crestasee

Wer von euch ist schon mal E-Bike gefahren? Für mich war es das Erste Mal und so ganz ehrlich: besonders geschickt habe ich mich nicht angestellt. Die arme Martina musste eine Ewigkeit mit mir Schnecke fahren, damit wir die anderen nicht verlieren, und ich fuhr mich gleich zwei Mal selbst in’s Gebüsch. Naja, man kann nicht alles können. ;) Unser erster Halt war die Rheinschlucht. Vom Aussichtsturm hat man einen ganz beeindruckenden Ausblick in das Rheintal und die darüber liegenden Berge. Die Weiterfahrt und eine weitere Landung im Gebüsch lohnten sich: der Crestasee sollte unser zweiter Stopp sein. Und was soll ich sagen - selten habe ich so schönes, klares, Türkises Wasser gesehen. Während wir uns beim Baden erfrischten, hatten wir direkten Ausblick auf die Berge. Kleiner Geheimtipp: auf der gegenüberliegenden Seite des Restaurants ist ein Seil an dem man sich in’s Wasser schwingen kann. Nachdem wir davon gehört hatten, ließen wir uns die Chance natürlich nicht entgehen und verbrachten bestimmt eine ganze Stunde damit, in’s Wasser zu hüpfen und das glasklare Wasser zu genießen. Mein Helix fand den Aufprall im Wasser übrigens nicht so toll wie ich und entzündete sich gleich am nächsten Tag. Das war’s aber wert. ;)

Nach dem Abendessen gingen wir alle zeitig auf die Zimmer, da es am nächsten Tag schon um 5 Uhr morgens los ging zum Klettersteig Pinut. Leider ging es meinem Bauch nacht nicht so gut, weshalb ich kein Auge zumachte und mich kurzfristig entschloss, nicht mit zum Klettersteig zu kommen. Was mir der Rest der Truppe am Nachmittag zeigte, sah jedoch wirklich klasse aus! Der Aufstieg sieht sehr gewagt aus, ist wohl aber aufgrund der geringen technischen Schwierigkeitsstufe auch für AnfängerInnen geeignet.

Nachdem ich noch ein paar Stunden Schlaf aufholte, verabredeten wir uns für den Rest des Tages am Caumasee. Und während ich gestern nach dem Crestasee nur noch geschwärmt hatte, hätte ich nicht gedacht, dass dieser überhaupt noch getoppt werden könnte!

Der Caumasee

… ist ein See, schöner als ihn jedes Bilderbuch beschreiben könnte. Die Fotos in diesem Beitrag können ihm ehrlich nicht gerecht werden. Nachdem der kostenlose Shuttle mich am Rocksresort eingesammelt und in Laax wenige Minuten später abgeliefert hatte, spazierte ich noch ein wenig müde und nichtsahnend den malerischen Weg hinunter … und konnte meinen Augen kaum trauen. Auch wenn ich mich hier wiederhole: ich habe wirklich noch nie so einen türkisfarbenen See gesehen. Nicht umsonst wurde er 2016 zum schönsten Bergsee der Schweiz gewählt. Entweder man geht ab dem Aussichtspunkt noch ein kleines Stück weiter zu Fuß oder nimmt wie ich die Seilbahn, die alle 5 Minuten hoch und runter fährt.

Am See angekommen hieß es erst mal: Badesachen an und rein in’s Wasser! Dieses ist so unfassbar erfrischend und während man auf den Türkisen Grund sieht, ragen vor der eigenen Nase die schneebedeckten Bergspitzen hoch. Ein kleiner Traum, fast zu schön um wahr zu sein - man muss es eigentlich einmal selbst gesehen haben. Dort liehen wir auch ein SUP Board aus und ich ruderte einmal um den See herum. Ich liebe ja Stand Up Paddling - es ist fast schon meditativ und macht so Spaß!
Abends ging es dann schön erholt ins Nooba, eines der Restaurants des rocksresort. Das Nooba bietet panasiatische Gerichte, eine Mischung aus Thai, Vietnamesisch und Japanisch und auch einige vegane Optionen. Mein Curry war super lecker, genau wie die Edamame, von denen ich sowieso nie genug bekommen kann. :)

Zum Glück schlief ich in der folgenden Nacht um einiges besser, denn das Highlight des Trips stand am nächsten Tag bevor: die Wanderung auf den Segnesbogen mit Übernachtung auf der Mountain Lodge. Wir trafen uns pünktlich um 9 Uhr nach dem Frühstück beim Shuttle und fuhren damit zur Sesselliftstation nach Films. Ich weiß nicht wie es euch dabei geht, aber ich liebe Sessellifte, da kommen immer die schönsten Erinnerungen aus meiner Kindheit hoch! Damit ging es ziemlich flott nach oben und die Wanderung beging. Unser erster Halt nach ca. 1,5 Stunden war die untere Segneshütte mit Mittagessen: für mich gab es super leckere Rösti auf Salat. Mmmm. :) Die Hütte ist top modern renoviert, man kann hier auch übernachten und hat eine große Auswahl an Getränken und Speisen. Von hier kann man einen ganz zauberhaften Ausblick genießen und obendrein noch eins von drei UNESCO Weltnaturerben sehr gut erkennen: direkt vor der Hütte liegt die Tektonikarena Sardona. Hier kann man bestaunen, wie sich verschiedene Gesteinsplatten, die jeweils 260-300 Millionen bzw. 25-30 Millionen Jahre alt sind, übereinander geschoben haben. Gleich daneben liegt das Martinsloch, das immer mal wieder von mutigen Kletterern bestiegen wird. All die mag für den ein oder anderen nicht besonders spannend klingen, aber lasst mal die Bilder auf euch wirken. Bei dem Ausblick kommt man jedoch wirklich ins Staunen und es wird einem mal wieder bewusst, wie klein wir Menschen und unsere täglichen Probleme eigentlich sind.

Weiter ging es mit dem Aufstieg Richtung Mountain Lodge, bei der es gegen Ende auch durch einen Rest Schnee ging und ich zum ersten Mal Spikes für den sicheren Tritt an meine Wanderschuhe geschnallt bekam. Der Aufstieg ist nicht ganz easy, auf keinen Fall aber gefährlich, und als wir kurz vor Sonnenuntergang ankamen, wurden wir mit einer Wahnsinns Aussicht belohnt! Hier lässt sich gar nicht mehr viel sagen, außer: wie schön ist unsere Erde denn eigentlich?

Die Mountain Lodge ist eine sehr einfache, sehr schöne und gemütliche Hütte. Um 22 Uhr ist hier Bettruhe, um 19 Uhr gibt es Abendessen. Jede/r bekommt Hausschuhe und es gibt nur eine Dixitoilette (und was für eine, guckt euch mal die Aussicht an!). Mit Wasser wird hier sparsam umgegangen, da es dort oben natürlich keine Rohre oder Leitungen gibt, sondern lediglich das Regenwasser aufgefangen und gefiltert wird. Im Schlafsaal ist es schön gemütlich und man schläft auf Stockbetten mit 9 anderen Personen im selben Raum. Alles, was du an Müll mit dir bringst, nimmst du bitte auch wieder mit runter. Schließlich muss auch das Personal, das hier die meiste Zeit während der Saison wohnt, denselben Auf- und Abstieg auf sich nehmen, wie du.

Obwohl die Mountain Lodge so simpel gehalten ist, waren sie vorbereitet auf meine kulinarischen Extrawünsche: ich bekam super leckere Gemüsesuppe, glutenfreie Pasta mit einer göttlichen Tomatensauce und sogar veganen Apfelkuchen als Nachtisch. Wow! Da konnte ich auch nur zufrieden in den Schlafsack rollen.

Am nächsten Morgen ging es früh wieder los. Um 7 gab es Frühstück (fiel mir als Spätfrühstückerin echt nicht so leicht aber hey, der Tag beginnt hier mit dem Sonnenaufgang) und wir machten uns pünktlich um 8 auf den Rückweg, um der Mittagssonne ein wenig zu entfliehen. Der Abstieg hat total Spaß gemacht, ein paar Mädels unserer Gruppe rutschten sogar durch den Schnee nach unten. :) der 13 Kilometer lange Flimmer Wasserweg ist wirklich malerisch. Sobald man wieder weiter unten ist, blüht nämlich alles nur so mit Blumenwiesen und man gelangt entlang von Schluchtenlandschaften und kleinen Wasserfällen entlang am Fluss zurück ins Dorf.

Das erste Mal Socken ausziehen um die Mittagszeit war mein persönliches Highlight - wow, tat das gut! Wir gönnten uns noch einen leckeren Lunch mit toller Aussicht im Startgels Ustria auf der Terrasse. Der Abstieg fiel mir mal wieder etwas schwerer als der Aufstieg, einfach weil es heiß war und ich bergab gehen nicht so gerne mag. Nach dem Mittagessen ging es noch ein paar km weiter und dann mit dem Sessellift runter nach Flims. Was für eine Wanderung! Es hat total Spaß gemacht mit den Mädels, alle waren fit und gut drauf und wir waren eine super Truppe. Diesen Trip werde ich sicher so schnell nicht vergessen. :)

Dann ging es auch schon ganz schnell zum Check-Out und wir sagten Tschüß zueinander. Um ehrlich zu sein, muss ich gestehen, dass ich beim Erhalt der Einladung nicht ganz sicher war, ob ich mir damit nicht unnötigen Stress während der letzten Uniwochen gebe, ob mir alles zu viel wird … und ich bin mit so viel Dankbarkeit und wunderschönen Eindrücken im Nachtzug zurück nach Berlin gesessen, war einfach so ausgepowert, erfüllt und glücklich.

Wie schön ist eigentlich dieses Fleckchen Erde? Films / Laax ist nur einen Katzensprung von Zürich entfernt und für mich ein verstecktes Paradies. Ich freue mich schon auf das nächste Mal - dann mit noch mehr Zeit, noch mehr Genießen und vielleicht ja auch mal während der Wintersaison. :)

Ein ganz großes Dankeschön geht außerdem an die tollen Mädels Christina und Martina vom PR-Team für die wunderbaren Tage. <3

SURFING IN PORTUGAL : RAPTURE CAMPS

SURFING IN PORTUGAL : RAPTURE CAMPS

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